Sonderausstellung 2010/2011
EISPOLE
Die Ränder der Welt
1909-2009: Polgeschichte
Angefangen hat das Eisfahren, weil es auch jene Teile der Welt zu erobern galt, die für den Kolonialismus nicht taugten. In einer Mischung aus Weltflucht und Welteroberungswahn erforschten also Hundertschaften die Polarregionen, das Inlandeis im äußersten Süden und Norden der Erde sowie die Eisfelder hoch oben an den höchsten Bergen.
Diese herbeigeholte Ferne, inzwischen längst unter den Großmächten aufgeteilt, diente dann als Spiegel für alle nur denkbaren Obsessionen. Letztlich als Ziel für exotische Reisen. Der Welteroberungswahn hatte inzwischen alles im Griff: das Eigene und das Fremde, die Technik und die Natur. Mit verklärtem Blick auf die zu den Polen zurückgedrängten Ränder der Natur schauen Abenteuerreisende auf eine imaginäre, weil überwundene Welt. Die Eroberung der Natur durch den Menschen aber oder umgekehrt die Vermenschlichung der Natur blieben eine Einbildung, auch wenn mit der Erledigung der Natur auch das Abenteuer weitgehend erledigt ist. Es bleibt uns also nur noch die Menschennatur, die im Spannungsfeld mit den Eiswüsten voller Schrecken ist. Auch in einer zur Erinnerung gewordenen Natur, wenn wir uns ihr wirklich ausliefern.
Reinhold Messner
Ausstellungsdauer: 13.06 - 10.10.10 / 12.12.10 – 01.05.11
Öffnungszeiten: 14 – 18 Uhr / Dienstag Ruhetag
MESSNER MOUNTAIN MUSEUM ORTLES
c/o Yak & Yeti, Sulden (BZ) - Tel. +39 335 6081205
ortles@messner-mountain-museum.it – www.messner-mountain-museum.it
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