Ein Blick hinter die Kulissen
"Something hidden. Go and find it." - Rudyard Kipling
Was passiert eigentlich hinter den Kulissen großer Museumsprojekte?
Mein Name ist Maya, ich studiere Kultur- und Kommunikationswissenschaften, bin bergbegeistert und darf genau das diesen Sommer herausfinden! Als Sommerpraktikantin tauche ich tief in den Alltag des MMM-Teams ein; meine ersten Erfahrungen möchte ich hier teilen.
Den Beginn meines Praktikums bei den MMM markierte die Einführung mit einem Projekt, durch welches ich bereits tief in die Materie und Philosophie der Museen eintauchen konnte: Das Erstellen neuer Audio-Guide Touren mit Wonnder. Die MMM hatten seit dem Frühjahr einige Umstellungen in Angriff genommen: Das Brand Image und Corporate Design erfuhren eine Neubelebung und wurden mit viel Liebe zum Detail erneuert. Mit moderner Website und einem frischem Außenauftritt wurde es auch Zeit für eine neue, schön gestaltete Audiotour, die Besucher durch alle Museen führen sollte. Dies war also der Ausgangspunkt meines Praktikums.
Wie sich erweisen sollte, war diese Aufgabe wie geschaffen für mich als - damals noch mehr oder weniger unbewanderte - Praktikantin. So hatte ich die Möglichkeit, mich mit allen fünf MMM vertraut zu machen und tief in ihre Themen, Geschichten und Perspektiven einzutauchen, sowie ein Gespür dafür zu entwickeln, wofür die MMM stehen und welche Botschaften vermittelt werden sollen.
Um so ein Projekt anzugehen, reicht weder eine schnelle Internetsuche noch ein kurzer KI-Prompt: Es erwartete mich eine intensive Recherche bestehend aus dem Lesen in Fachbüchern, dem Stöbern in alten Zeitungsartikeln und Audio- bzw. Videoaufnahmen sowie in persönlichen Gesprächen mit langjährigen Mitgliedern des MMM-Teams. Außerdem führte mich meine Recherche zu den einzelnen Standorten der MMM – ins Pustertal nach Bruneck (MMM Ripa) und auf den Kronplatz (MMM Corones), nach Sulden am Fuße des Ortlers (MMM Ortles) und auf den Hügel von Schloss Juval (MMM Juval) - ausgehend vom Herzstück Schloss Sigmundskron (MMM Firmian) in Bozen.
Was man schon beim Betreten bemerkt: Jeder Satellit strahlt seine ganz eigene Energie und Kraft aus, die den schnellen Rhythmus des Alltags entschleunigt und zum Innehalten einlädt. Vor Ort wurde ich von Menschen empfangen, die durch ihre Arbeit im Museum nicht nur über jedes Detail Bescheid wissen, sondern die eine tiefe, persönliche Verbundenheit zum jeweiligen Museum aufgebaut haben und aus dieser Sichtweise heraus erzählen. Faszinierend, mitreißend und lebendig – davon waren alle Gespräche geprägt.
Durch diese umfangreiche Recherche war es mir möglich, wertvolles Material zusammenzutragen und so einzelne, spezifische Touren zu verfassen. Das Ziel war es, fundierte Fakten, persönliche Erzählungen und das vor Ort Erlebte in einen immersiven Audioguide zu verweben. Durch dieses Projekt hatte ich die Chance, an den einzelnen Standorten wirklich anzukommen und sie voll auf mich wirken zu lassen. Meine Perspektive hat sich dabei grundlegend gewandelt: Weg von der einer bloßen Besucherin, hin zu jemandem mit tiefen Einblicken in die Geschichten der Menschen dahinter. Die MMM sind für mich keine bloßen Schlossmauern mehr, sondern lebendige Orte, die durch die Erzählungen und Begegnungen geprägt werden, die in ihnen stattgefunden haben.
Damit geht die erste Hälfte meines Praktikums zu Ende – eine Zeit voller wertvoller Lernerfahrungen, inspirierender Begegnungen und unvergesslicher Einblicke. Ich bin schon gespannt, welche Abenteuer die zweite Hälfte für mich bereithält!
Maya Gasser
„Was wir entdecken können, ist das Geheimnissvolle.“