Am seidenen Faden

Gedanken über das Seil

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Im letzten Jahr durfte ich die Einführung zur Ausstellung „LACORDA02“ von Hubert Kostner im Kulturzentrum tubla da nives in Wolkenstein halten. Eine klassische Rede war nicht gefragt – stattdessen bat mich Hubert, etwas zum „Seil“ zu erzählen, da alle Werke dieser Ausstellung aus recycelten Kletterseilen gefertigt sind.

Was soll man schon über ein Seil sagen? Das war mein erster Gedanke.

Doch dann nahm ich mir Zeit zum Reflektieren und merkte: Darüber lässt sich leicht über zehn Minuten lang sprechen. Denn je tiefer ich eintauchte, desto mehr öffnete sich dieses scheinbar einfache Objekt – voller Symbolik, voller Geschichten.

Geflochtene Fasern. So banal – und doch: es trägt, es hält.
Ein Spielzeug aus der Kindheit. Ein Sicherungsinstrument am Berg, bei der Schifffahrt. Ein Symbol für Vertrauen, Beziehung, Erinnerung.

Das Seil ist uralt. Menschen nutzen es seit Tausenden von Jahren – um zu bauen, zu tragen, zu klettern, zu fesseln, zu retten.
Es ist eines dieser unsichtbaren Dinge, das Zivilisation überhaupt möglich gemacht hat.

In Kunst wie im Leben spannt sich ein Seil oft zwischen Gegensätzen:
Zwischen Loslassen und Festhalten, Material und Bedeutung.

Die Ausstellung von Hubert Kostner ist mehr als eine Sammlung von Objekten – sie ist ein Wurfseil: Eine Einladung, sich einzulassen. Sich verbinden zu lassen. Und vielleicht auch etwas loszulassen.

Der Anfang unseres gemeinsamen Fadens jedenfalls ist geknüpft und ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Hubert Kostner im Kontext der Messner Mountain Museen.

(Magdalena Messner)

16.05. – 08.11.2026 Corones

Jedes Seil erzählt eine Geschichte

Frühjahr 2026: Hubert Kostners Installation im MMM Corones verwandelt das Kletterseil in ein räumliches Erlebnis.

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