Jedes Seil erzählt eine Geschichte
16.05. – 08.11.2026 Corones
Für das Frühjahr 2026 entsteht im MMM Corones ein neues Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Künstler Hubert Kostner. Über mehrere Ebenen hinweg wird im Inneren des Museums eine Installation wachsen, die ganz auf einem Element des traditionellen Alpinismus basiert: dem Kletterseil.
„Ein Seil.
Nichts weiter als Fasern, gedreht, geflochten, geknotet.
Und doch – es trägt, es hält, es verbindet. Es spannt sich zwischen zwei Punkten, zwei Enden, zwei Menschen. Es zieht. Es sichert. Und kann gleichzeitig fesseln. So bodenständig und gleichzeitig so tief symbolisch.”
Dein Seil erzählt
Das Seil ist die stärkste soziale Komponente und darüber wollen wir in unserem neuen Projekt im MMM Corones sprechen:
Im Frühjahr 2026 entstand im Messner Mountain Museum Corones die Installation "Connected with" in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Künstler Hubert Kostner. Über mehrere Ebenen hinweg ist im Inneren des Museums ein Kunstwerk gewachsen, das auf einem Element des traditionellen Alpinismus basiert: dem Kletterseil.
Dafür sammelten wir gebrauchte Seile – Seile, die bereits Höhen, Wege, Emotionen und persönliche Kapitel erlebt haben. Sie wurden uns von Besucherinnen, Bergbegeisterten ebenso wie von erfahrenen AlpinistInnen zur Verfügung gestellt. Jedes eingereichte Seil ist nun Teil eines großen gemeinsamen Kunstwerks.
Begleitend dazu wurden Alpinistinnen und Alpinisten, sowie der Künstler selbst zum Thema „Seil“ interviewt. Aus diesen Gesprächen entstand ein Film, der künftig im Museumskino gezeigt wird. Außerdem gibt es einen interaktiven Bereich, in dem Besucherinnen und Besucher selbst mit Seilstücken und Knoten Teil der Installation werden können.
Der Künstler Hubert Kostner, 1971 in Brixen geboren und heute in Kastelruth lebend, arbeitet in seinen Werken mit Verschiebungen, Transformationen und einer feinsinnigen, oft ironischen Auseinandersetzung mit unserer Wahrnehmung. Alltägliche Materialien aus seinem Umfeld werden von ihren ursprünglichen Bedeutungen gelöst und neu erfahrbar gemacht – so auch die Seile dieses Projekts.
"Als besonderes Seil gebe ich unser Gipfelseil vom 16.8.1986 ab. Dies wurde von Sigi eingesetzt, um auf der sicheren Seite zu sein bei der Besteigung meines Ersten Achttausenders."
"Es sind mehrere Seile, welche einfach in den Alpen und in der Kletterhalle im Einsatz waren."
"Mit dem Seil bin ich Bombardino 9a+ in Arco geklettert."
"Da haben wir (Babsi und ich) die erste freie Begehung von „Next Generation“ 8b+ eine 6 Seillängen Tour am Zwölferkof in Bürs geklettert."
"Seile machen im Hintergrund ganz selbstverständlich ihren Zweck. Sie halten wenn nötig und geben innere Sicherheit fast immer. Das ist das tolle daran."
"Das Seil sieht so nach einer Sommer-Bergführer Saison aus (ca. 3 Monate), ziemlich pelzig und verbraucht."
"…ein besonderes Seil. Vom Choktoi Ri Südpfeiler. Eine meiner besten Aktionen am Berg. The Big Easy-Route."
"Toni (Schwienbacher) und ich haben mit diesen Seilen in den Jahren zwischen 2000 und 2012 viele Berge bestiegen: Ortler, Vertainspitze, Langkofen und Große Zinne um nur die wichtigsten zu nennen."
"Walter (Kaserer) und ich haben mit diesen Seilen in den Jahren zwischen 2000 und 2012 viele Berge bestiegen: Ortler, Vertainspitze, Langkofen und Große Zinne um nur die wichtigsten zu nennen."
"Wir geben ein unbenutztes Seil, das seit 15-20 Jahren im Keller schlummert. Ich würde mich freuen wenn es anderweitig Verwendung finden kann. Klettern würde ich nicht mehr damit."
"Erstes Kletterseil der AVS Referatsleiterin Jugend."
"Seil ca. 50 Jahre alt, mit Vater Klettersteige bestiegen."
"Dies war mein erstes Seil, welches ich mir im Jahr 1975 gekauft habe. Es hat mich jahrelang auf meinen ersten Kletter- und Hochtouren begleitet."
"Ein nicht mehr benutztes Seil der Turnhalle Nals."
"Seil von 1963."
"Von Bernd Arnold aus dem Eis herausgehakt (Fragment) von Lionel Terray von der Erstbesteigung des Fitz Roy (1952) . Aus Nylon nimmt Bernd Arnold an! Ein gedrehtes Seil!"
"Mein Tata Er liebte die Berge viel, welches unser Leben in unseren Bergen ausmacht. Galt auch für ihn die Energie, die nötig ist um einen Gipfel zu bezwingen, die Ausdauer, um den Weg ebenfalls als Ziel betrachten zu können, den Mut, neue Pfade einzuschlagen, die Geduld in der Gruppe zu wandern, ohne auf Zeit und Strecke zu achten, das Gefühl der Gemeinschaft, um mit anderen die herrliche Zeit in den Bergen zu genießen. Er starb am 23. Dezember 2025."
"Das Seil hat Robert Renzler mir geschenkt, der spätere Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins. Es muss gewesen sein, nachdem wir einmal gemeinsam durch die Comici-Route an der Großen Zinne geklettert sind. Einer meiner nächsten Kletterausflüge führte mich dann mit diesem Seil zum Ostriss in der Martinswand bei Innsbruck. Diese Route war einige Zeit vorher saniert worden. Ein Haken war plötzlich einen halben Meter weiter oben. Zu dieser Zeit war es nicht außergewöhnlich, auch mal den beherzten Griff an den Haken zur Fortbewegung zu nutzen. Nach der Sanierung erreichte ich den Haken aber nicht mehr. Weil ich mich darüber einmal bei Robert beklagt hatte, war die Überraschung groß, als ich beim nächsten Versuch im Ostriss an besagter Stelle eine Reepschnur mit einem Zettel dran fand, auf dem zu lesen war: „Für Charly“."
"Hier kommen ein Paar Eckdaten zu meinem grünen Seil. Dieses Salewa-Seil war mein erstes dünnes (und somit leichtes!) Einfachseil. Anfangs hatte es mal 70 Meter, heute ist es kaum länger als 40 Meter. Da die Seilenden über die Jahre ausgefranzt sind, habe ich das Seil Stück für Stück gekürzt (was beim Klettern üblich ist). Das Seil war bei rund 10 Erstbegehungen im Oman dabei (am Jabal Misht & am Jabal Kawr) sowie bei vielen Dolomitenrouten und bei meiner ersten Expedition zum Kangshar Kang (7.485 m) in Nepal. Dieses Seil hat eine große Bedeutung für mich, da es über viele Jahre und in einigen brenzligen Situationen (unter anderem eine Lawine am Kangshar Kang, in der mein Partner Philipp Prünster und ich steckten) ein treuer Wegbegleiter war. Aber nun hat es ausgedient - irgendwann ist eben Schluss und 44 Meter ist sozusagen ein gutes Alter, um in Pension zu gehen."
"Das Seil ist für mich eines der wichtigsten Werkzeuge beim Bergsteigen. Es ist ein treuer Begleiter, ein Sinnbild für Vertrauen und Sicherheit, an ihm hängt wortwörtlich mein und das Leben meines Kammeradens. Dieses Seil war bei folgenden Kletterrouten dabei:
• 15.08.24 Torre Vallaccia - spigolo dei fassani 9-/600 m
• 03.08.24 Tabarettapfeiler/Ortler - Ortler- express 7a+/600m
• 10.05.24 Cima Capi - via del Grola 8-/800m 2.Wiederholung der Route
• 12.08.23 Tribulaun - Nervenspiel 7/450m 1.Wiederholung der Route
• 10.06.23 Santnerbauch - Der fliegende Milchmann 8-/270m 1.Wiederholung der Route
• 30.07.22 Furchetta - Weg der Zeit 7/750m
• 28.08.21 Kirchtagweide/Latemar - Klara Führe 6b/300m Erstbegehung von mir
• 02.07.22 Heiligkreuzkofel - Perla preziosa 9+/375m
• 2022/23 Pfattner Wände - Gloria in excelsis 9-/335m Erstbegehung von mir"
"Ein Seil zu besitzen war in jungen Jahren etwas Besonderes, oft musste ich mir einen SEIL-Partner suchen, der schon eines hatte. Als ich dann dieses erste Seil kaufen konnte, war ich sehr stolz und habe dementsprechend aufgepasst. Beim Begehen der Marmolada Nordwand war es mir dann zu schade, so sind wir die Wand seil-frei durchgestiegen. Steigeisen sind bekanntlich nicht das Beste für Seile. Bald darauf bin ich dann mit meinem Freund Franz die König Nordwand durchstiegen, irgendwie war das nicht so mein Tag und ich kam ziemlich erschöpft am Gipfel an, und zwar so erschöpft, dass ich das mir so wichtige Seil am Gipfel zurückgelassen hätte. Franz hat es dann für mich heruntergetragen. Da ich ja seit meinen ersten Bergtouren ein Tourenbuch führe kann ich dir (Hubert Kostner) jetzt sagen, dass ich die König Nordwand am 13.07.85 gemacht habe. Zeit für die Wand 6,5 Stunden Das Seil habe ich wahrscheinlich im Herbst 1984 gekauft."
"Eine Geschichte gibs: Das Seil haben wir 4 Kollegen (Lang Walter +Thomas Mayr, Albert Rier und ich) um das Jahr 2000 gekauft! Nachdem wir davor bereits - mit spärlich Seil ausgestattet und nicht ganz unfallfrei - Großglockner und Ortler bestiegen haben. Angeregt hat diese Bergtouren unser Freund (und früherer Kooperator in Kastelruth) Bernhard Holzer. Mit ihm machen wir und weitere Freunde jedes Jahr im August eine mehrtägige Bergtour, früher (upps ist mir entwischt) .... früher anspruchsvollere - vom Ortler abwärts - heute gemütlichere. Seit dem viel zu frühen (Frei-)Tod meines besten Freundes Walter haben wir das Seil nicht mehr benutzt. Als ich Hubert Kostners Aufruf sah dachte ich mir das ist eine passende Gelegenheit das (seit Jahren ungenutzt herumliegende) einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Meine Intention ist es dieses Seil in Gedenken an einen wundervollen, einfühlsamen, (für diese Welt wohl zu einfühlsamen) Menschen und Bergkameraden im MMM Corones in der von Hubert Kostner gedachten Form aufzubewahren/auszustellen... gerne verbunden mit dieser Geschichte. Danke für diese Initiative."
"Seilriss: Unter Alpinisten ist ein Seilriss gefürchtet - die so wichtige Verbindung zum Kletterpartner, die plötzlich auseinanderbricht. Das Seil ist die Lebensader in ausgesetzten Felswänden, ein Riss nach einem Sturz führt unentrinnbar zum Absturz. An der gelben Nase des Langkofels, dem steilsten, nach Norden exponierten Abschnitt des Dolomitenriesen erlebten Titus Prinoth und ich wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Tragödie in den Bergen ist. Am 28. Juli 2015 stehen wir frühmorgens am Einstieg. Uns fällt auf, dass wir die Expressschlingen vergessen haben. Diese braucht man, um das Seil in den Sicherungen einzuhängen und einen reibungslosen Seilverlauf zu erzeugen. Die Motivation ist größer als die Vernunft. Aus losen Karabinern und einigen Schlingen basteln wir behelfsmäßige Expressen, es sind jedoch viel zu wenige. In den ersten, relativ leichten Seillängen ist es kein Problem, Sicherungspunkte sind dort nur selten. In der ersten schwierigen Seillänge ändert sich die Situation. Man quert ein paar Meter unter ein gelbes Dach, um dieses an seiner schwächsten Stelle zu überwinden. Der Fels ist teilweise splittrig, gute Griffe sind selten und Normalhaken häufig, jedoch von ungewisser Qualität. Ich komme gut über das Dach drüber, aber dann werden die Arme müder und die Expressen gehen zur Neige. Das Seil zieht nach unten, die fehlenden Schlingen machen sich durch erhöhte Reibung bemerkbar. Es kommt der Moment, die verzweifelte Flucht nach oben anzutreten, zu vermeintlich guten Griffen. Diese kommen jedoch nicht, stattdessen ein weiterer Sturz ins Seil. Ich werde ungewöhnlich hart gebremst. Mir fällt auf, dass das Seil erheblichen Schaden genommen hat, durch den ungünstigen Verlauf wurde es an einer scharfen Kante zur Hälfte durchgescheuert. Zum Glück klettern wir solche Routen immer mit Doppelseil, das zweite Seil ist unbeschädigt geblieben und erlaubt es uns, die Route abzuseilen."
Ein großes Dankeschön gilt auch:
• Siegfried Kerschnamer
• Salewa Kletterhalle Bozen
• AVS Bergrettung
• Rockarena Meran
• Philipp Kneringer
• Klara Kneringer
• OnSight Kletter & Bergsport Zams
• Bernd Arnold
• Max Bolland
• Ernst Vogt
• Anonyme Seilspender
"Als besonderes Seil gebe ich unser Gipfelseil vom 16.8.1986 ab. Dies wurde von Sigi eingesetzt, um auf der sicheren Seite zu sein bei der Besteigung meines Ersten Achttausenders."
"Es sind mehrere Seile, welche einfach in den Alpen und in der Kletterhalle im Einsatz waren."
"Mit dem Seil bin ich Bombardino 9a+ in Arco geklettert."
"Da haben wir (Babsi und ich) die erste freie Begehung von „Next Generation“ 8b+ eine 6 Seillängen Tour am Zwölferkof in Bürs geklettert."
"Seile machen im Hintergrund ganz selbstverständlich ihren Zweck. Sie halten wenn nötig und geben innere Sicherheit fast immer. Das ist das tolle daran."
"Das Seil sieht so nach einer Sommer-Bergführer Saison aus (ca. 3 Monate), ziemlich pelzig und verbraucht."
"…ein besonderes Seil. Vom Choktoi Ri Südpfeiler. Eine meiner besten Aktionen am Berg. The Big Easy-Route."
"Toni (Schwienbacher) und ich haben mit diesen Seilen in den Jahren zwischen 2000 und 2012 viele Berge bestiegen: Ortler, Vertainspitze, Langkofen und Große Zinne um nur die wichtigsten zu nennen."
"Walter (Kaserer) und ich haben mit diesen Seilen in den Jahren zwischen 2000 und 2012 viele Berge bestiegen: Ortler, Vertainspitze, Langkofen und Große Zinne um nur die wichtigsten zu nennen."
"Wir geben ein unbenutztes Seil, das seit 15-20 Jahren im Keller schlummert. Ich würde mich freuen wenn es anderweitig Verwendung finden kann. Klettern würde ich nicht mehr damit."
"Erstes Kletterseil der AVS Referatsleiterin Jugend."
"Seil ca. 50 Jahre alt, mit Vater Klettersteige bestiegen."
"Dies war mein erstes Seil, welches ich mir im Jahr 1975 gekauft habe. Es hat mich jahrelang auf meinen ersten Kletter- und Hochtouren begleitet."
"Ein nicht mehr benutztes Seil der Turnhalle Nals."
"Seil von 1963."
"Von Bernd Arnold aus dem Eis herausgehakt (Fragment) von Lionel Terray von der Erstbesteigung des Fitz Roy (1952) . Aus Nylon nimmt Bernd Arnold an! Ein gedrehtes Seil!"
"Mein Tata Er liebte die Berge viel, welches unser Leben in unseren Bergen ausmacht. Galt auch für ihn die Energie, die nötig ist um einen Gipfel zu bezwingen, die Ausdauer, um den Weg ebenfalls als Ziel betrachten zu können, den Mut, neue Pfade einzuschlagen, die Geduld in der Gruppe zu wandern, ohne auf Zeit und Strecke zu achten, das Gefühl der Gemeinschaft, um mit anderen die herrliche Zeit in den Bergen zu genießen. Er starb am 23. Dezember 2025."
"Das Seil hat Robert Renzler mir geschenkt, der spätere Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins. Es muss gewesen sein, nachdem wir einmal gemeinsam durch die Comici-Route an der Großen Zinne geklettert sind. Einer meiner nächsten Kletterausflüge führte mich dann mit diesem Seil zum Ostriss in der Martinswand bei Innsbruck. Diese Route war einige Zeit vorher saniert worden. Ein Haken war plötzlich einen halben Meter weiter oben. Zu dieser Zeit war es nicht außergewöhnlich, auch mal den beherzten Griff an den Haken zur Fortbewegung zu nutzen. Nach der Sanierung erreichte ich den Haken aber nicht mehr. Weil ich mich darüber einmal bei Robert beklagt hatte, war die Überraschung groß, als ich beim nächsten Versuch im Ostriss an besagter Stelle eine Reepschnur mit einem Zettel dran fand, auf dem zu lesen war: „Für Charly“."
"Hier kommen ein Paar Eckdaten zu meinem grünen Seil. Dieses Salewa-Seil war mein erstes dünnes (und somit leichtes!) Einfachseil. Anfangs hatte es mal 70 Meter, heute ist es kaum länger als 40 Meter. Da die Seilenden über die Jahre ausgefranzt sind, habe ich das Seil Stück für Stück gekürzt (was beim Klettern üblich ist). Das Seil war bei rund 10 Erstbegehungen im Oman dabei (am Jabal Misht & am Jabal Kawr) sowie bei vielen Dolomitenrouten und bei meiner ersten Expedition zum Kangshar Kang (7.485 m) in Nepal. Dieses Seil hat eine große Bedeutung für mich, da es über viele Jahre und in einigen brenzligen Situationen (unter anderem eine Lawine am Kangshar Kang, in der mein Partner Philipp Prünster und ich steckten) ein treuer Wegbegleiter war. Aber nun hat es ausgedient - irgendwann ist eben Schluss und 44 Meter ist sozusagen ein gutes Alter, um in Pension zu gehen."
"Das Seil ist für mich eines der wichtigsten Werkzeuge beim Bergsteigen. Es ist ein treuer Begleiter, ein Sinnbild für Vertrauen und Sicherheit, an ihm hängt wortwörtlich mein und das Leben meines Kammeradens. Dieses Seil war bei folgenden Kletterrouten dabei:
• 15.08.24 Torre Vallaccia - spigolo dei fassani 9-/600 m
• 03.08.24 Tabarettapfeiler/Ortler - Ortler- express 7a+/600m
• 10.05.24 Cima Capi - via del Grola 8-/800m 2.Wiederholung der Route
• 12.08.23 Tribulaun - Nervenspiel 7/450m 1.Wiederholung der Route
• 10.06.23 Santnerbauch - Der fliegende Milchmann 8-/270m 1.Wiederholung der Route
• 30.07.22 Furchetta - Weg der Zeit 7/750m
• 28.08.21 Kirchtagweide/Latemar - Klara Führe 6b/300m Erstbegehung von mir
• 02.07.22 Heiligkreuzkofel - Perla preziosa 9+/375m
• 2022/23 Pfattner Wände - Gloria in excelsis 9-/335m Erstbegehung von mir"
"Ein Seil zu besitzen war in jungen Jahren etwas Besonderes, oft musste ich mir einen SEIL-Partner suchen, der schon eines hatte. Als ich dann dieses erste Seil kaufen konnte, war ich sehr stolz und habe dementsprechend aufgepasst. Beim Begehen der Marmolada Nordwand war es mir dann zu schade, so sind wir die Wand seil-frei durchgestiegen. Steigeisen sind bekanntlich nicht das Beste für Seile. Bald darauf bin ich dann mit meinem Freund Franz die König Nordwand durchstiegen, irgendwie war das nicht so mein Tag und ich kam ziemlich erschöpft am Gipfel an, und zwar so erschöpft, dass ich das mir so wichtige Seil am Gipfel zurückgelassen hätte. Franz hat es dann für mich heruntergetragen. Da ich ja seit meinen ersten Bergtouren ein Tourenbuch führe kann ich dir (Hubert Kostner) jetzt sagen, dass ich die König Nordwand am 13.07.85 gemacht habe. Zeit für die Wand 6,5 Stunden Das Seil habe ich wahrscheinlich im Herbst 1984 gekauft."
"Eine Geschichte gibs: Das Seil haben wir 4 Kollegen (Lang Walter +Thomas Mayr, Albert Rier und ich) um das Jahr 2000 gekauft! Nachdem wir davor bereits - mit spärlich Seil ausgestattet und nicht ganz unfallfrei - Großglockner und Ortler bestiegen haben. Angeregt hat diese Bergtouren unser Freund (und früherer Kooperator in Kastelruth) Bernhard Holzer. Mit ihm machen wir und weitere Freunde jedes Jahr im August eine mehrtägige Bergtour, früher (upps ist mir entwischt) .... früher anspruchsvollere - vom Ortler abwärts - heute gemütlichere. Seit dem viel zu frühen (Frei-)Tod meines besten Freundes Walter haben wir das Seil nicht mehr benutzt. Als ich Hubert Kostners Aufruf sah dachte ich mir das ist eine passende Gelegenheit das (seit Jahren ungenutzt herumliegende) einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Meine Intention ist es dieses Seil in Gedenken an einen wundervollen, einfühlsamen, (für diese Welt wohl zu einfühlsamen) Menschen und Bergkameraden im MMM Corones in der von Hubert Kostner gedachten Form aufzubewahren/auszustellen... gerne verbunden mit dieser Geschichte. Danke für diese Initiative."
"Seilriss: Unter Alpinisten ist ein Seilriss gefürchtet - die so wichtige Verbindung zum Kletterpartner, die plötzlich auseinanderbricht. Das Seil ist die Lebensader in ausgesetzten Felswänden, ein Riss nach einem Sturz führt unentrinnbar zum Absturz. An der gelben Nase des Langkofels, dem steilsten, nach Norden exponierten Abschnitt des Dolomitenriesen erlebten Titus Prinoth und ich wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Tragödie in den Bergen ist. Am 28. Juli 2015 stehen wir frühmorgens am Einstieg. Uns fällt auf, dass wir die Expressschlingen vergessen haben. Diese braucht man, um das Seil in den Sicherungen einzuhängen und einen reibungslosen Seilverlauf zu erzeugen. Die Motivation ist größer als die Vernunft. Aus losen Karabinern und einigen Schlingen basteln wir behelfsmäßige Expressen, es sind jedoch viel zu wenige. In den ersten, relativ leichten Seillängen ist es kein Problem, Sicherungspunkte sind dort nur selten. In der ersten schwierigen Seillänge ändert sich die Situation. Man quert ein paar Meter unter ein gelbes Dach, um dieses an seiner schwächsten Stelle zu überwinden. Der Fels ist teilweise splittrig, gute Griffe sind selten und Normalhaken häufig, jedoch von ungewisser Qualität. Ich komme gut über das Dach drüber, aber dann werden die Arme müder und die Expressen gehen zur Neige. Das Seil zieht nach unten, die fehlenden Schlingen machen sich durch erhöhte Reibung bemerkbar. Es kommt der Moment, die verzweifelte Flucht nach oben anzutreten, zu vermeintlich guten Griffen. Diese kommen jedoch nicht, stattdessen ein weiterer Sturz ins Seil. Ich werde ungewöhnlich hart gebremst. Mir fällt auf, dass das Seil erheblichen Schaden genommen hat, durch den ungünstigen Verlauf wurde es an einer scharfen Kante zur Hälfte durchgescheuert. Zum Glück klettern wir solche Routen immer mit Doppelseil, das zweite Seil ist unbeschädigt geblieben und erlaubt es uns, die Route abzuseilen."
Ein großes Dankeschön gilt auch:
• Siegfried Kerschnamer
• Salewa Kletterhalle Bozen
• AVS Bergrettung
• Rockarena Meran
• Philipp Kneringer
• Klara Kneringer
• OnSight Kletter & Bergsport Zams
• Bernd Arnold
• Max Bolland
• Ernst Vogt
• Anonyme Seilspender